Das unbemannte Flugzeug V 1


Originalfoto einer V 1 kurz nach dem Start


Am 13. Juni 1944 flog ein kleines, sehr schnelles Flugzeug Richtung London. Als es die Stadt erreicht hatte, stürzte es ab und schlug in der Grove Road von Bethnan Green ein. 6 Menschen starben. Innerhalb der nächsten 24 Stunden wurden 393 dieser Flugkörper vom französischen Festland aus abgefeuert.
Es handelte sich dabei um das unbemannte deutsche Flugzeug V 1. Die V 1-Angriffe auf London endeten am 29. März 1945. Insgesamt wurden 10.500 Flugbomben abgefeuert. Dabei wurden ca. 6200 Menschen getötet und 18.000 schwer verletzt.




Der Aufbau der V 1

Die V 1 war ein einfacher, freitragender Mitteldecker aus Ganzmetall mit 7,9m Länge, einer Flügelspannweite von 5,3m und 2180 kg Gewicht. Als Antrieb diente ein Pulso-Schubrohr (ein sog. Argusrohr). Durch ihn erreichte die V 1 eine maximale Geschwindigkeit von 650 km/h. Die Marschgeschwindigkeit lag in 900 m Höhe bei etwa 580 km/h. Gesteuert wurde die V 1 über Lagekreisel, die Kursveränderungen ausgleichen konnten. Als Gefechtskopf wurden 850 kg Amatol-Sprengstoff verwendet.


Linkmehr Informationen zum Aufbau


Die Entwicklung des Triebwerks

Noch bevor man an den Bau einer Flugbombe dachte, war die Entwicklung des Antriebs schon fast abgeschlossen. 1939 wurden die Argus-Motorenwerke in Berlin vom Reichsluftfahrtministerium beauftragt ein Pulso-Schubrohrtriebwerk zu entwickeln. Schon nach drei Monaten hatte man einen Triebwerksprototyp entwickelt, der leistungsfähig genug war, um für erste Tests verwendet zu werden. Diese fanden am 30. April 1941 statt. Ein Originaltriebwerk wurde unter einem Schuldoppeldecker im Flug erprobt. Durch diese Tests und den fortschreitenden Entwicklungsarbeiten, erhielten die Argus-Motorenwerke am 19. Juni 1942 den Auftrag zum Bau eines Hochleistungs-Schubrohrtriebwerks für einen unbemannten Fernflugkörper. Aufgrund der umfangreichen Vorarbeiten konnten die Ingenieure schon nach kurzer Zeit ein einsatzreifes Triebwerk, die Argus 014 präsentieren, die in 900 m Höhe etwa 300 kp Schub leistete.
Damit waren die Grundlagen für die V 1 geschaffen, die ab sofort in der geheimen Erprobungsanlage Peenemünde konstruiert und getestet wurde.


Linkmehr Informationen zum Staustrahltriebwerk


Die Erprobung der V 1

Die Entwicklung der V 1-Flugbombe war alles andere als ein einfacher Weg. Über 300 Versuchsflüge wurden von Peenemünde aus durchgeführt. Um das aerodynamische Verhalten zu ergründen, stattete man etwa vierzig V 1 mit Fernmeßsendern geringer Leistung von 4 MHz aus, um die Fluglage, Flughöhe und die Ruderausschläge zu überwachen.
Die größte Sorge bereitete den Entwicklungsingenieuren das Mitschwingen der Zelle durch die hämmernden Stöße des Triebwerks. Anfangs wurde vor allem der Kompaß davon derartig gestört, daß sich häufig Kursabweichungen bis zu zehn Grad ergeben konnten. Dies wurde durch eine Aufhängung des Kompasses mittels Gummibändern behoben. Die Kursabweichung konnte dadurch bis auf weniger als ein Grad verringert werden.


Linkmehr Informationen zur Erprobung der V 1


Technische Daten: Fieseler Fi 103 (Vergeltungswaffe V 1)
Klassifikation: unbemanntes Flugzeug
Spannweite: 5,30 m
Länge: 7,90 m
Triebwerk: ein Argus As-014 Pulso-Schubrohr (mit 335 kp Schub)
Nutzlast: Bombenkopf mit 850 kg Amatol-Pulverladung
Gewicht: 2.180 kg
Geschwindigkeit: max. 650 km/h (Marschgeschwindigkeit ca. 580 km/h)
Einsatzreichweite: ca. 230 km

 



Zurück zur V-Waffen Startseite