weitere Prototypen von A - Z

Es wurden während des 2. Weltkrieges eine riesige Anzahl an verschiedenen Versuchsflugzeugen und Prototypen projektiert, und teilweise auch gebaut und erprobt. Es ist deshalb unmöglich alle diese Entwicklungen vorzustellen. Aus diesem Grunde werden hier nur die wichtigsten Muster genannt. Die meisten, hier aufgeführten Typen, waren entweder Versuchsflugzeuge oder zum Ende des Krieges noch im Prototypstadium, mit nur wenigen gebauten Exemplaren. Dennoch konnten die Entwickler bei vielen dieser Versuche wichtige Erkenntnisse sammeln, die teilweise bei anderen Modellen zum Tragen kamen.

Da viele Projektunterlagen und Prototypen nach dem Krieg in die Hände der Alliierten fielen, ist es nicht verwunderlich, daß seit den 50er Jahren bis heute verschiedenste technische Innovationen begeistert gefeiert wurden, die doch schon während des 2. Weltkrieges getestet oder zumindest rechnerisch von deutschen Ingenieuren untersucht wurden !

Ich möchte hierbei besonders auf die Konstruktionen der Gebrüder Horten sowie das Weserflug-Projekt WP 1003 verweisen. (siehe unten)



Arado Ar 234 "Blitz"


Arado Ar 234B-2 "Blitz"

Die "Blitz" war der erste Jetbomber der Welt und entstand 1940 wegen des deutschen Bedarfs an einem Aufklärer mit zwei Strahltriebwerken, wie sie damals von BMW und Junkers entwickelt wurden. Die erste von 18 Prototypen flog im Juni 1943. In Tests verglich man im Hinblick auf ihre Leistung zwei Junkers 109-004B und vier BMW 109-003A Triebwerke. Heraus kam die Ar 234B, von der man insgesamt 230 Modelle als Aufklärer mit der Bezeichnung B-0/B-1 und als Bomber mit der Bezeichnung B-2 herstellte. Diese Version sollte die Bomben unter dem Rumpf oder unter den Triebwerksgondeln mitführen. Die größte Waffe war die 1400 kg schwere PC 1400. Bei voller Beladung unterstützten beim Start Raketen in abwerfbaren Behältern die Triebwerke.
Das vierstrahlige Serienmodell sollte die C-Serie werden, jedoch folgten den zwölf Prototypen nur 14 Exemplare des Aufklärers C-1 und Bomber/Bodenangriffsflugzeugs C-3.
Die Ar 234, die bei vielen Bombardements und Aufklärungsflügen zum Einsatz kam, konnte von den alliierten Kampfflugzeugen praktisch nicht eingeholt werden. Im September 1944 konnten 24 Beobachtungsflüge einer Fernaufklärer-Gruppe an der Küste Englands erfolgreich und ohne Verluste durchgeführt werden, obwohl wiederholt von alliierten Jägern Versuche gemacht wurden, die Ar 234 abzuschießen.


Technische Daten: Arado Ar 234 "Blitz"
Klassifikation: einsitziger Aufklärer / Bomber
Spannweite: 14,41 m
Länge: 12,64 m
Triebwerke: zwei Junkers Jumo 109-004B-1 (je 900 kp Standschub)
Bewaffnung: zwei 20 mm Kanonen (nach hinten gerichtet)
Bombenzuladung: bis 1.500 kg
Gewicht: ca. 9.800 kg
Höchstgeschwindigkeit: 780 km/h (in 6.000 m Höhe)
Einsatzreichweite: 1.630 km



Bachem Ba 349 "Natter"


Bachem Ba 349A "Natter"

Die Natter, wurde 1944 als Abfangjäger mit außerordentlicher Steigleistung ( 11.300 m/min) zum Schutz der deutschen Industrie gegen Angriffe durch US-Bomber geplant. Sie verfügte aufgrund ihres Raketenantriebs über eine hohe Leistung. Außerdem war sie recht preiswert, da das einfache Flugwerk von kleinen holzverarbeiteten Betrieben in Massenproduktion hergestellt werden konnte. Bei der Planung ging man von vertikalem Start, Angriff des Bombers mit Raketen und danach der Abtrennung des Rumpfes vom Cockpit aus. Pilot und Rumpfheck (samt Antrieb) sollten getrennt zum Boden zurückkehren, um somit eine Wiederverwendung möglich zu machen. Ab Oktober 1944 wurden versuchsweise Gleitflüge, ab Dezember unbemannte Motorflüge durchgeführt. Der einzige bemannte Testflug der Natter stellte gleichzeitig den ersten bemannten Raketenstart der Geschichte dar ! Bedauerlicherweise kam dabei der Pilot ums Leben. Das Ende des Krieges verhinderte schließlich die Weiterführung das Programms. Insgesamt wurden 20 Ba-349A-Serienmodelle hergestellt, die jedoch nie zum Einsatz kamen.

Um einen Eindruck von der Steigleistung der Natter zu vermitteln, sei hier erwähnt, daß noch in den 70er Jahren die Abfangjäger etwa 3 min benötigten, um eine Höhe von 12.000 m zu erreichen.
( z.B. die MIG-21 oder die F-4 Phantom )


Technische Daten: Bachem Ba 349 "Natter"
Klassifikation: einsitziger Punktabfangjäger
Spannweite: 3,60 m
Länge: 6,10 m
Triebwerke: vier Schmidding-109-533 Hilfsraketen (je 1.200 kp Standschub)
Bewaffnung: 24 Hs-217-Fohn (73 mm) oder
33 R4M-Raketen (55 mm)
Gewicht: ca. 2.200 kg
Höchstgeschwindigkeit: 800 km/h (in Bodennähe)
Einsatzreichweite: 40 km



Heinkel He 162 "Volksjäger"


Heinkel He 162A-2 "Volksjäger"

Der Volksjäger war ein Hochleistungs-Kampfflugzeug für die Luftverteidigung, das nur ein Minimum an strategischem Material und Fachpersonal erforderte. Der erste von vielen Prototypen startete im Dezember 1944, ein fast ausschließlich aus Holz bestehender Schulterdecker.
Die Höhenflosse mit außen montiertem Doppelseitenleitwerk ermöglichte die Montage eines Strahltriebwerks in einer für die Wartung günstigen Position über dem Rumpf. Von dem Serienmodell He 162A wurden etwa 250 Stück produziert. Die ersten He 162 gingen noch in den letzten Kriegstagen im Jagdgeschwader 1 "Oesau" in Dienst. Dabei konnten 2 Abschüsse erzielt werden. Den ersten Luftsieg mit einem "Volksjäger" hatte schon einige Monate zuvor Oberst Ihlefeld erzielt.


Technische Daten: Heinkel He 162 "Volksjäger"
Klassifikation: einsitziger Abfangjäger
Spannweite: 7,20 m
Länge: 9,05 m
Triebwerke: ein BMW 109-003E-1/2 (800 kp Standschub)
Bewaffnung: zwei 20 mm Kanonen
Gewicht: ca. 3.300 kg
Höchstgeschwindigkeit: 905 km/h (in 6.000 m Höhe)
Einsatzreichweite: ca. 1.000 km



Heinkel He 178

Heinkel He 178

Die He 178 war das erste Flugzeug der Welt, das ausschließlich mit Düsenantrieb flog. Ihr Jungfernflug fand am 27. August 1939 statt. Im September 1937 stand das erste mit Wasserstoff betriebene Vorführtriebwerk, das HeS1, für den Funktionslauf bereit. Das leistungsstärkere , mit herkömmlichen Kraftstoff betriebene HeW 3 konnte im März 1938 in Betrieb genommen werden und hatte ca. 500 kp Schub. Nachdem es in einer He 118 getestet worden war, beschloß man, den Prototyp der He 178 mit einem verbesserten HeW 3B auszustatten. Für Entwicklungsflüge verwendete man das leitungsstärkere HeS 6. Die He 178 brachte man in ein Museum, wo sie 1943 während eines Luftangriffs zerstört wurde.


Technische Daten: Heinkel He 178
Klassifikation: einsitziger Prototyp mit Strahlantrieb
Spannweite: 7,20 m
Länge: 7,48 m
Triebwerke: ein Heinkel HeS 3 B (500 kp Standschub)
Bewaffnung: keine
Gewicht: ca. 2.000 kg
Höchstgeschwindigkeit: ca. 700 km/h (in Bodennähe)
Einsatzreichweite: ???



Heinkel He 280

Heinkel He 280 V2

Die He 280 entstand im Anschluß an das He 178-Programm und basierte auf einer für einen Jäger entworfenen Konstruktion. Am Ende 1939 arbeitete Heinkel an zwei Turbostrahltriebwerken: dem HeS 30 (109-006) und dem HeS 8 (109-001). Der erste He 280-Prototyp war noch vor den Triebwerken fertig; die ersten Testflüge erfolgten im Gleitflug. Im April 1941 flog die Maschine mit zwei HeS 8-Triebwerken. Später im Test noch mit BMW- und Junkers-Triebwerken. Das vielversprechende HeS 30 hatte man inzwischen aufgegeben. Aufgrund politischer Überlegungen entschied sich die Nazi-Regierung 1943 für die stärker bewaffnete Langstreckenmaschine Me 262. Die verbliebenen neun Prototypen wurden für Forschungszwecke eingesetzt.


Technische Daten: Heinkel He 280
Klassifikation: einsitziger Düsenjäger
Spannweite: 12,20 m
Länge: 10,40
Triebwerke: zwei Heinkel HeS 8A (je 750 kp Standschub)
Bewaffnung: drei 20 mm Kanonen
Gewicht: 4.310 kg
Höchstgeschwindigkeit: ca. 900 km/h (in 6.000 m Höhe)
Einsatzreichweite: 650 km



Henschel Hs 132

Henschel Hs 132A

Angesichts der Erfolge der Sturzbomber zu Beginn des Zweiten Weltkriegs (Junker Ju 87 "Stuka"), faßte man in Deutschland schon bald den Bau eines Sturzbombers mit Strahlantrieb ins Auge. Das Hochleistungsflugzeug sollte mit größter Genauigkeit die erdrückend überlegenen alliierten Panzerverbände angreifen können. Ergebnis war die Hs 132, die in Konstruktion und Struktur der He 162 ähnelte. Aufgrund ihrer speziellen Einsatzart legte man sie jedoch für Beschleunigungen von 12 G statt der 8 G des Jägers aus. Um die extremen Kräfte beim Abfangen aus dem Sturzflug überstehen zu können, war der Pilot auch in liegender Position im Rumpf des Flugzeugs untergebracht. Ab März 1945 arbeitete man an drei Prototypen. Als die Sowjets die Fabrik einnahmen, war nur der Prototyp für die Hs 132A fertig (jedoch noch nicht geflogen).


Technische Daten: Henschel Hs 132
Klassifikation: einsitziger Sturzbomber
Spannweite: 7,20 m
Länge: 8,90 m
Triebwerke: ein BMW 109-003E-2 (800 kp Standschub)
Bewaffnung: zwei 20 mm Kanonen
Bombenzuladung: eine 500 kg Bombe
Gewicht: 3.400 kg
Höchstgeschwindigkeit: 780 km/h (in 6.000 km Höhe)
Einsatzreichweite: 680 km



Horten Ho IX


Horten Ho IX Zeichnung

Die Gebrüder Horten zählten neben Prof. Lippisch zu den Initiatoren der deutschen Nurflügelforschung. Ihre ersten Erfahrungen sammelten Reimar und Walter Horten schon ab 1930 mit Segelflugkonstruktionen. Den Höhepunkt stellte hierbei der Hochgeschwindigkeitssegler Ho IV dar. Dieser erweckte das Interesse des RLM, das nun umfangreiche Geldmittel zur Entwicklung von motorisierten Mustern bereitstellte. Ende 1943 wurde schließlich das Projekt Ho IX in Angriff genommen, das als Jäger mit Strahlantrieb ausgelegt war. Anfang 1944 wurde die Zelle fertig. Da die für den Einbau vorgesehenen BMW 003-Strahlturbinen noch nicht zur Verfügung standen, wurde die Flugerprobung im Gleitflug durchgeführt. Inzwischen war ein zweites Muster fertig, welches mit 2 Jumo 004-Strahlturbinen getestet wurde. Göring, dem die Maschine noch im März 1945 vorgeflogen worden war, zeigt sich sehr begeistert und bestellte eine erste Serie von 20 Stück, die in der Gothaer Waggonfabrik produziert werden sollte. Die Ho IX bekam nun die Serienbezeichnung Gotha Go 229. Das erste Serienmodell Go 229 V-3 befand sich bei Kriegsende kurz vor der Vollendung.
Dieses Modell wurde anschließend in die USA verschifft !

B-2 Stealth Bomber In diesem Zusammenhang muß ich auf den aktuellen Vorzeigebomber der USAAF, den B-2 Stealth - Bomber, aufmerksam machen. Dieser besitzt erstaunliche Ähnlichkeiten mit der Ho IX in Bezug auf Form und Proportionen. Interessant ist weiterhin die fast identische Anordnung der Triebwerke, die bereits bei der Horten vollkommen versenkt im Flügelmittelstück eingebaut waren. Genau dies wurde auch bei der B-2 realisiert, um die Triebwerke gegen Radar- und Infrarotsensoren abzuschotten. Es kann davon ausgegangen werden, daß das Horten-Muster in den USA eingehend untersucht wurde und als Grundlage für das Stealthbomber-Projekt der USAAF diente.

Technische Daten: Horten Ho IX
Klassifikation: einsitziger Düsenjäger
Spannweite: 16,80 m
Länge: 7,50 m
Triebwerke: zwei Junkers Jumo 109-004B (je 890 kp Standschub)
Bewaffnung: vier 30 mm Kanonen (MK 108)
Gewicht: 8.500 kg
Höchstgeschwindigkeit: ca. 1.000 km/h (in 6.000 m Höhe)
Einsatzreichweite: ca. 2.000 km



Junkers Ju 287


Junkers Ju 287 V1

Als Ende 1942 die ersten Strahlturbinen zur Verfügung standen, forderte das RLM die Entwicklung eines mehrstrahligen Düsenbombers, dessen Geschwindigkeit weit über der der aktuellen Jagdflugzeuge liegen sollte. Im Juni 1943 war der erste Entwurf zur späteren Ju 287 im Hause Junkers vollendet. Sie erhielt nach vorne gepfeilte Tragflächen, damit die Steuerbarkeit auch bei hohen Geschwindigkeiten gewahrt blieb und damit die tragenden Holme hinter dem Bombenschacht verliefen. Der erste Schritt in diese Richtung war das Testflugzeug Ju 287 V1 mit dem Rumpf einer He 177, einem Ju-388-Leitwerk und einem festem Fahrgestell aus erbeuteten amerikanischen B-24 "Liberator"- Bombern. Die Besonderheit dieses Musters waren die vier, später sogar sechs Strahltriebwerke. Der Prototyp der Ju 287 startete im August 1944 seinen Jungfernflug. Die Arbeiten mußten jedoch gegen Ende 1944 eingestellt werden, damit die gesamten Kapazitäten der Jägerproduktion zugeführt werden konnten. Anfang 1945 wurde die Sperre wieder aufgehoben und die Produktion des Serienmusters angeordnet. Inzwischen war die endgültige Druckkabine für drei Mann Besatzung mit vollständiger Ausrüstung konstruiert worden. Ebenso hatten umfangreiche Windkanalversuche über die Anordnung der Triebwerke stattgefunden. Ursprünglich waren als Antrieb für die Serienausführung zwei Jumo 012-Strahlturbinen mit je 2900 kp Schub unter dem Flügel vorgesehen. Da diese Triebwerke aber erst im Anfang der Entwicklung standen, wurde eine Umrüstung auf vier Heinkel He S 011-Strahlturbinen mit je 1300 kp Schub projektiert. Die Anordnung der Triebwerke sollte wie bei der Ju 287 V-1 erfolgen. Aber auch die Heinkel-Turbinen standen bei der Inangriffnahme der Serienausführung noch nicht in ausreichender Menge zur Verfügung, so daß schließlich auf sechs BMW 003 zurückgegriffen werden mußte. Je zwei der Triebwerke wurden unter den Flügeln und je ein Triebwerk an den Seitenwänden montiert. Das Ende des Krieges verhinderte jedoch die weitere Entwicklung. Teile dieser Baumuster fielen nach Kriegsende den Sowjets in die Hände.


Technische Daten: Junkers Ju 287
Klassifikation: Strahlbomber
Spannweite: 20,11 m
Länge: 18,20 m
Triebwerke: im Prototyp:
- vier bis sechs Junkers Jumo 109-004B-1 (je 900 kp Standschub)
- Starthilfe: vier Walter HWK 109-502 Flüssigkeitsraketen 
im Serienmuster:
- sechs BMW 109-003B (je 800 kp Standschub)
Bewaffnung: zwei 13 mm MG-131
Bombenzuladung: max. 4.500 kg
Gewicht: ca. 20.000 kg
Höchstgeschwindigkeit: 560 km/h (in 6.000 m Höhe)
Einsatzreichweite: 1.500 km



Messerschmitt Me P. 1101


Me P. 1101

Mitte 1944 wurde vom Oberkommando der Luftwaffe (OKL) ein Entwicklungsauftrag für einen Jagdeinsitzer mit einer He S 011 -Strahlturbine als Antrieb, vier MK 108 als Bewaffnung und ungefähr 1000 km/h Höchstgeschwindigkeit in 7000 m Höhe ausgeschrieben. Neben Blohm & Voß, Focke-Wulf, Heinkel und Junkers wurde auch Messerschmitt mit der Entwicklung eines Prototyps beauftragt. In der Entwicklungsgruppe der Messerschmitt-Werke entstanden für diese Ausschreibung die Projekte Me P.1101, Me P.1106, Me P.1110, Me P.1111 und Me P.1116. Sie sollten als erster Anhalt für weitere Besprechungen dienen. Unabhängig von der Entscheidung einer Besprechung wurde auf persönlichen Wunsch von Prof. Messerschmitt bereits im Juli 1944 mit der Konstruktion der Me P. 1101 begonnen. Dieses Projekt genügte sowohl in militärischer als auch in leistungsmäßiger Hinsicht nicht ganz der Ausschreibung und sollte hauptsächlich praktische Versuchsergebnisse des Hochgeschwindigkeitsfluges erbringen. Die Me P. 1101 wurde als Mitteldecker mit stark gepfeilten Flügel- und Leitwerksflächen ausgelegt, und zwar, der Materialengpässe wegen, in Gemischtbauweise. Um wirklich praktische Versuchsergebnisse zu erlangen, konnte am Boden der Pfeilungswinkel des Flügels eingestellt werden. Die besten Ergebnisse versprach eine Pfeilung von 40 Grad. Da die für den Einbau vorgesehene Heinkel He S 011 -Turbine mit 1 x 1300 kp Standschub nicht so schnell verfügbar war, entschloß man sich, den Prototyp mit einer 1 x 890 kp Schub leistenden Jumo 004 B-Strahlturbine auszurüsten. Ein maßstäblich verkleinertes Modell des Prototyps mit 1,98 m Spannweite wurde 1944 für Windkanalversuche gebaut. Der Prototyp selbst, die Messerschmitt Me P. 1101 V-1, stand Anfang 1945 nahezu vor der Fertigstellung, und fiel den Amerikanern in die Hände, die sie nach den USA abtransportierten. Die Firma Bell Aircraft Corp. hat nach Vorlage der P. 1101 ein Hochgeschwindigkeits- Versuchsflugzeug X-5 entwickelt, das äußerlich genau der P. 1101 entspricht, bei der aber die Verstellung der Tragflächenpfeilung bereits im Flug möglich war. Diese Maschine ging dann bei der Erprobung zu Bruch.


Technische Daten: Messerschmitt Me P. 1101
Klassifikation: einsitziger Düsenjäger
Spannweite: ???
Länge: ???
Triebwerke: ein Heinkel He S 001-A (1.300 kp Standschub)
Bewaffnung: zwei 30 mm MK 108 (starr im Rumpfbug)
Gewicht: ???
Höchstgeschwindigkeit: ???
Einsatzreichweite: ???



Weserflug WP 1003

WP-1003 Zeichnung

Bereits vor 1933 hatte sich der bekannte deutsche Flugzeugkonstrukeur Dr. Adolf Rohrbach mit den Gedanken eines Triebflügelflugzeugs befaßt, das erste Ideen zum Kurzstart und zur Kurzlandung verwirklichen sollte. Zur Realisierung dieses Entwurfs, von dem nur ein Modell erstellt wurde, kam es nicht mehr. Dr. Rohrbach wurde nach 1935 Technischer Leiter des neu entstandenen Weser-Flugzeugbaus. Hier entwickelte Dipl.-Ing. Simon 1938 dann das Projekt eines Flugschraubers mit schwenkbaren Schrauben von 4 m Durchmesser, die bei Start und Landung vertikal und nach Erreichung der Flughöhe horizontal arbeiten sollten. Als Triebwerk war ein Reihenmotor von 900 PS vorgesehen, der hinter der Kabine angeordnet war.

Man kann dieses Weserflug-Projekt ruhig als ersten Entwurf eines Flugschraubers oder Senkrechtstarters bezeichnen, der erst später in den USA und in der UdSSR zur Weiterentwicklung führte.


Technische Daten: Weserflug WP 1003
Klassifikation: Projekt für Senkrechtstarter
Spannweite: 7,00 m (ohne Luftschrauben)
Länge: 8,30 m
Triebwerke: eventuell ein Daimler-Benz DB 600 (900 PS)
Bewaffnung: keine
Gewicht: ca. 2.000 kg
Höchstgeschwindigkeit: ca. 600 km/h
Einsatzreichweite: ???

 

Bell / Boeing V-22 "Osprey"Hierbei möchte ich besonders auf ein Flugzeugmuster verweisen, daß erst vor wenigen Jahren mit viel Furore vorgestellt wurde. Das Grundprinzip des Antriebs ist mit dem der WP 1003 identisch. Es handelt sich um die Bell / Boeing V-22 "Osprey". Dieses Projekt wurde von dem US-Verteidigungsministerium in Auftrag gegeben und basiert auf dem Bell-Modell 301/XV-15, daß seit 1977 in Tests geflogen wurde.  Nach umfangreichen Arbeiten sowie simulierten Flügen begann 1986 der Bau von 6 Prototypen. Die Flugerprobung fand 1989 statt.
Es sind verschiedene Versionen der "Osprey" geplant: Als Such- und Rettungsflugzeug für die US-Marine, sowie verschiedene Kampfversionen für die US-Luftwaffe und die Landstreitkräfte.
Außerdem werden Versionen für die zivile Nutzung dieses Flugzeugs erwogen.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die mir bei der Informationssammlung zur "Osprey" mitgeholfen haben.
Mein besonderer Dank gilt:
Thomas Herten, Rainer Sauer, Theodor Thimeyer, Thomas Kleemann und Alex Korte




FZ Zeppelin
"Fliegende Panzerfaust"

FZ Zeppelin "Fliegende Panzerfaust"

Dieses von der Forschungsanstalt "Zeppelin" entwickelte Miniaturflugzeug, bei dem der Pilot in liegender Stellung untergebracht war, verfügte für den Antrieb über 6 Pulverraketen und eine Bewaffnung von zwei RZ 65-Raketengeschossen. Das Gerät sollte im Starrschlepp (Deichselschlepp) von beliebigen zur Bomberabwehr startenden Flugzeugen mitgenommen werden und bei günstiger Gelegenheit vom Schleppflugzeug (z. B. einer Messerschmitt Bf 109G) gelöst werden. Geschützt hinter einem Panzerspant konnte der Pilot seine Raketengeschosse nahe am Ziel auslösen. Danach wurde zum Fallschirmabstieg das gesamte Bodenblech abgelöst. Nach dem Erreichen einer geringeren Fallgeschwindigkeit sollte der Pilot seinen “Liegeplatz” verlassen. Das auf dem Bugrüssel und Heckrad landende Fluggerät konnte rasch abmontiert und von 3 Mann auf einem Lastwagen verladen werden. Die verbrauchten Pulverraketen waren schnell austauschbar.


Technische Daten: FZ Zeppelin "Fliegende Panzerfaust"
Klassifikation: Schleppflugzeug zur Bomberabwehr
Spannweite: 4,50 m
Länge: 6,00 m
Triebwerke: sechs Feststoffraketen (Pulverladung)
Bewaffnung: zwei RZ-65 Raketen
Gewicht: ca. 1.200 kg
Höchstgeschwindigkeit: ca. 850 km/h
Einsatzreichweite: ???